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Ulrich Simons

 

 

Web-Tipp

Buschtunnel Aachen-Ronheide

www.buschtunnel.de

Bester Internet-Beitrag im
DB-Journalistenwettbewerb 2007

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Fundsachen

Zusammen oder getrennt? Das ist nicht nur in Restaurants oft ein Problem, wenn der Ober mit der Rechnung kommt, sondern auch in der deutschen Rechtschreibung. Am 13. August 2017 berichtet Spiegel Online beispielsweise über eine Wahlkampfveranstaltung mit Martin Schulz, in der sich der SPD-Kanzlerkandidat diverser Einzelschicksale annahm, darunter des Falls von Andreas Responde (38). Spiegel Online wörtlich: "Der Koch wurde schwer verletzt, als er auf einem Berliner S-Bahnhof bei einer Schlägerei dazwischen gehen wollte." Das macht man ja auch nicht. Bei Kloppereien bleibt man bis zum Schluss.

"In Mönchengladbach und im Kreis Heinsberg am Niederrhein fielen taubengroße Hagelkörner, wie „rp-online“ berichtet. Der Hagel durchschlug Dachfenster und beschädigte Autos." (BILD online am 24. Juni 2016, einen Tag nach einem gewaltigen nächtlichen Unwetter über Teilen von NRW.)

Die Deutsche Presseagentur (dpa) die in ihren Meldungen seit Jahren durch unsinnigsten Gebrauch des Wörtchens "zunächst" Verwirrung stiftet, hat im Frühjahr 2016 ein neues Lieblingswort entdeckt. Nicht genug damit, dass man in jeder zweiten Meldung Sätze liest wie "Die Absturzursache war zunächst unbekannt" und sich dann fragt: "Ja, und was hat man dann später herausgefunden?", weil "zunächst" im obigen Fall impliziert: Erst wusste man es nicht, und später dann doch. (Gemeint war schlicht: "Die Unfallursache ist noch unbekannt.")
Und jetzt das: Weil kaum noch einer die Sache mit dem Konjunktiv und der indirekten Rede beherrscht, ist irgendein Schlauberger auf die Idee mit dem Zusatz "demnach" gekommen. Ein Polizeisprecher sagt beispielsweise etwas, und danach wird dann munter im Indikativ mit dem Zusatz "demnach" weiterfabuliert, und man hat die ganze Plackerei mit "habe" und "hätte" und "kenne" und "könne" aus den Füßen. Meistens ist es dann auch noch der Pressesprecher von irgendwas oder irgendwem, womit sich die Sache mit dem Genetiv auch erledigt hat. Merke: Deutsch war zunächst eine schöne Sprache.

"Lieber Herr Simons",schreibt mir das Aachener Bekleidungshaus Sinn in einer Werbemail im Oktober 2015, "was kommt, wenn der Sommer geht? Die Herbstzeit - und damit auch die Hosenzeit." Gut, der Sommer war nach vielen Jahren nochmal ein richtiger Knaller, aber ob die allen Ernstes glauben, dass ich deswegen ohne Hose rumgelaufen bin???

Mobilfunkbetreiber simyo, der mich gerne mal mitten in der Nacht mit irgendwelchen SMS-Werbebotschaften auf meinem iPhone aus dem Schlaf reißt, hat mir am 22. Juli 2014 die Verbindung zu meinem iPad gekappt. Ohne jede Vorwarnung. Angeblich, weil irgendein "Aktivitätszeitfenster" abgelaufen war. Und was ist mit der Auszahlung des Restguthabens? Sollte ja eigentlich selbstverständlich sein. Von wegen. Auf Nachfrage mailt mir die Firma einen zweiseitigen "Auftrag zur Restguthabenauszahlung". Den darf ich ausfüllen, meine SIM-Karte aufkleben, die SIM-Kartennummer eintragen (die ja schon auf der Karte steht), und allerlei anderen schikanösen Kleinkram. Die Auszahlung des Restguthabens könne bis zu drei Wochen dauern, werde ich noch belehrt, und darüber, dass "Nachfragen zu Ihrem Erstattungsfall ... nicht bearbeitet werden können".

"Die Panikmacher" ist der Titel eines lesenswerten Buches, in dem Walter Krämer (Statistik-Professor) und Gerald Mackenthun (Wissenschaftsjournalist) vermeintliche Katastrophenmeldungen der vergangenen Jahre auf ihren Wahrheitsgehalt hin abklopfen.
Die beiden Autoren hätten vermutlich auch ihre Freude an der "Studie" mit dem Titel "Taschendiebstähle in deutschen Städten" gehabt, die das Internet-Portal ab-in-den-urlaub.de (warum gerade die?) am 15. Juli 2014 flächendeckend in die Redaktionen schickt. Überschrift: "Hilfe! Taschendiebstahls-Mafia raubt Deutschland aus".
Das ist zunächst mal sprachlicher Unfug, denn ein Dieb (fingerfertig) ist kein Räuber (mit Gewalt). Klingt aber gut, und weil Düsseldorf die "Studie" anführt, ernennt die B***-Zeitung die Landeshauptstadt von NRW gleich am nächsten Tag zu "Deutschlands Hauptstadt der Taschendiebe". Denn mit 1398 Eingriffen pro 100.000 Einwohnern sei nirgendwo im Lande die Gefahr größer, Opfer eines Taschendiebstahls zu werden. Das hat man ja jetzt schwarz auf weiß.
Gefahr? Lässt man aus der reichlich aufgeblasenen Statistik die Luft raus und rechnet sie auf handelsübliches Format runter, beträgt das Risiko, in Düsseldorf beklaut zu werden, gerade mal 1,398 Prozent. In Köln (Platz 2) liegt das Diebstahlrisiko minimal über einem Prozent, ab Platz drei bewegt sich das Risiko im Nachkomma-Bereich. In Aachen (Platz 17) reden wird nur noch über 0,372 Prozent. Und in der letzten, von den Urlaubs-Machern noch als "Diebstahls-Hochburg" abgekanzelten Stadt (Göttingen/Platz 30/0,284 Prozent) muss man mit 352 Mann (oder Frau) anreisen, damit einer die Chance hat, mit leeren Taschen vom Stadtbummel zurückzukommen.
Es gibt noch ein anderes, ebenso empfehlenswertes Buch von Walter Krämer. Der Titel: "So lügt man mit Statistik".

Gehen die Viecher jetzt zu Fuß? Zum 120. Geburtstag der Hurtigruten lese ich in der aktuellen Prisma-Ausgabe (22/2013): "Die Reederei feiert den runden Geburtstag mit besonderen Angeboten. Zum Beispiel können Reisende im Rahmen des Landausflugsprogramms erstmals auf Walsafari gehen."

Mit verblüffender Logik macht sich die Nachrichtenagentur dapd-nrw am 19. November 2010 an die Aufarbeitung eines brutalen Tötungsdeliktes. Der Mieter einer Mönchengladbacher Hinterhofwerkstatt war tags zuvor gefesselt und von mehreren Messerstichen im Oberkörper durchlöchert aufgefunden worden. dapd wörtlich: "Der 34-Jährige wurde zuletzt am 8. November gesehen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat danach passiert ist."

Den Heimwerkertipp des Jahres, wenn nicht des Jahrhunderts, entnehme ich einer Meldung der Nachrichtenagentur ddp zum Thema "Wie hänge ich eine Lampe auf?": "Bevor man sich mit dem Bohrer daran macht, ein Loch dafür in die Decke zu bohren, sollte man den Strom abschalten."

Handgeschriebene Menü-Empfehlung auf der Schiefertafel des Italieners in der Aachener Elisengalerie im August 2010: "Vitello tonnato von der Putenbrust". Für Nicht-Italiener: "Vitello" ist Kalbfleisch. Immer.

Mercedes Benz präsentierte im Sommer eine neue Generation der A- und B-Klasse. Zitat aus einer Kundeninformation vom 15. Mai 2008: "Zur umfangreichen Serienausstattung gehört auch das adaptive Bremslicht, das die Bremsreaktion nachfolgender Autofahrer deutlich reduziert." Tolle Sache. Auffahrautomatik gewissermaßen.

Wenn's Ihnen demnächst beim Türken nicht schmeckt, dürfen Sie mit höchstrichterlicher Erlaubnis das Servicepersonal mit angebissenem Döner bewerfen und weibliche Angestellte zwanglos als "blöde Kuh" bezeichnen. Das Arbeitsgericht München hat im April 2008 im Namen des Volkes geurteilt, dass dieser Vorgang "keine schwerwiegende Verletzung der menschlichen Würde und Ehre darstellt" (Az: 154 C 26660/07). Die Schmerzensgeldklage der betroffenen Kellnerin in Höhe von 250 Euro wurde abgewiesen.

Jubelmeldung der DB vom 17. April 2008: "Die Below-the-line-Kommunikation der Deutschen Bahn AG wird künftig bei den Agenturen Achtung! Kommunikation (Hamburg, München), Scholz & Friends (Berlin, Frankfurt/Main) und Zallmann (Siegen) gebündelt." Das wären dann schon drei Bündel. Und abgesehen von dem Denglisch-Mischmasch (wenn schon, dann bitte auch "communication"): Was soll das denn überhaupt sein? Schweinkram? Kommunikation unterhalb der Gürtellinie?

Die Firma Ehrenberg Kommunikation (Lübeck) schickt mir im Dezember 2007 die Mitteilung "Tallink Silja Katalog 2008: Schiffsreisen rund um die Ostsee". Das stelle ich mir dann so vor wie in Werner Herzogs "Fitzcarraldo", wo der durchgeknallte Klaus Kinski die Indianer ein Schiff auf Baumstämmen durch den Urwald bugsieren lässt. "Rund um die Ostsee". Mit dem Schiff. Ahja.

Suchmeldung der Heinsberger Polizei vom 2. Januar 2004: "Seit etwa 11.15 Uhr wird ein 63-jähriger Mann aus Kückhoven vermisst. Der Bewohner eines Seniorenheimes an der K.-Straße ist orientierungslos und kann sich auf Grund einer Krankheit nicht artikulieren. Er trug zum Zeitpunkt seines Verschwindens eine grün/blaue Jacke von Mercedes mit der Aufschrift "Fahrerinformation"."

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© Ulrich Simons

 
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